Das U-Bötchen

Das 10 Zoll Bass-Chassi mit Papiermembran von Redcatt (SW10.8 PC) hat vier offensichtliche Stärken:
1. kann tief
2. kann klein
3. kann laut
4. kann preiswert
Für die Tiefbass-Liebhaber die sich keine 150 Liter Kiste in die Ecke stellen können oder wollen ist das Chassi zweifelsohne ein Leckerbissen. Als kleine Anregung geben wir euch ein paar Bauvorschläge mit – viel Spaß!

First things first: In unserem Messlabor haben wir die Chassis nach 3 Stunden einwobbeln bei Resonanzfrequenz / 2 kalt durchgemessen und haben folgende TSP erhalten:

Bassreflex

Bei einer ersten, auf Tiefbass und geringe Größe getrimmten Simulation, kommen wir direkt zu einem erfreulichen Ergebnis. 50 Liter und eine Abstimmung auf 25hz ergeben einen f3 von 24hz. Bis 28hz sind noch Maximalpegel von 112 db zu erreichen. Das dürfte jedem Musikliebhaber der halbwegs bei Verstand ist mehr als ausreichen.

Eine Herausforderung ist jedoch der lange Reflexkanal. Bei 10cm Durchmesser müsste er 67cm lang sein. Ein Bassreflex-Port der in einem Winkel noch die Rückwand des Gehäuses hoch führt dürfte dieses Problem jedoch lösen.

Bandpass biventiliert

Noch mehr Maximalpegel im Tiefbass erreicht der Woofer im doppelt ventilierten Bandpass-Gehäuse. Volumen 1 -> 45 Liter, Abstimmung auf 25hz (10cm Durchmesser, 75cm Länge)
Volumen 2 -> 12 Liter, Abstimmung auf 55hz (10cm Durchmesser, 55cm Länge)

Es ergibt sich ein f3 von knapp unter 26hz und ein etwa 2db höherer Wirkungsgrad. Bei nur unwesentlich mehr Gesamtvolumen kann man sich das durchaus mal überlegen. 2db sind schließlich physikalisch gesehen fast eine Verdoppelung des Schalldrucks. Die Gehäuseentwicklung hierfür bedarf jedoch sicherlich einige Kreativität. Die langen Reflexkanäle bei dem geringen Gesamtvolumen erzwingen quasi ein Schneckengehäuse. Mit Plexiglasseiten zum Beispiel könnte das jedoch ein ausgefallenes Design werden. Wer will das als erstes ausprobieren?

Compound?

Ein Compound-Subwoofer ist nicht nur eine reizvolle Spielerei. Wer möglichst wenig Platz für seinen Subwoofer hergeben möchte und sich zwei statt einem Chassi leisten kann, sollte darüber unbedingt nachdenken. Denn bei einer Compound-Bauweise wird nur das halbe Volumen benötigt und die Resonanzfrequenz kann zusätzlich vertieft werden.
Grundsätzlich gilt bei der Berechnung: Alle Parameter bleiben die gleichen, nur das Vas halbiert sich. Das setzt jedoch voraus, dass die beiden Woofer direkt mit den Membranen luftdicht aufeinander montiert werden. Ein kleines Luftvolumen zwischen den verpolt angeschlossenen Chassis ist nicht nur notwendig – bei zunehmender Luftmasse sinkt auch noch die Resonanzfrequenz. Das minutiös zu berechnen ist kompliziert, jedoch erfahrungsgemäß auch kaum nötig. Bei 25 Litern 112db Tiefbass? Warum eigentlich nicht? Und der Korb macht sich unserer Meinung nach optisch so gut, dass man ihn auch gerne zur Schau stellt.